Theorie der dynamischen Realität  |  

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Die Seele



    Die Seele ist ein schwer zu fassendes Etwas. Man kann sie nicht sehen und nicht nach ihr greifen, aber man kann ihre Auswirkungen zu spüren bekommen. Auch hier in diesem Werk sei die Frage gestellt: Was ist die Seele? Die Antwort sollte sich finden lassen, wenngleich sich über viele Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg Philosophen und Theologen ergebnislos daran versuchten, eine vernünftige Antwort zu finden. Doch auf dem Pfad zur Antwort, gilt es noch weitere Fragen zu stellen, die den Weg begleiten eine Klärung zu finden. Begeben wir uns also auf diesen Weg und fangen wir an zu fragen:


    Verleiht Gott dem Menschen eine Seele?


    Viele religiöse Menschen glauben es. Die Atheisten glauben nicht an Gott. Ihnen stellt sich diese Frage nicht.


    Hat Gott selbst auch eine Seele? Oder ist die Seele selbst Gott?


    Wenn Gott die Seele ist und wir Seele haben, dann ist in uns Gott, sind wir quasi selbst Gott.


    Ist der menschliche Körper vielleicht der Grund, daß es die Seele gibt, damit er zu leben beginnt? Also ist die Seele der "Atem" (Odem) Gottes, welcher aus toter Materie Leben erzeugt?


    Dann gäbe erst die Seele einem Körper Leben. Alles andere, was kreucht und fleucht, wären seelenlose Maschinen.


    Oder ist die Seele ganz unabhängig von Gott und nichts göttliches?


    Dann ist sie etwas natürliches und selbst die Atheisten könnten sich mit einer Seele anfreunden.


    Vielleicht ist es aber auch die Seele, die einen Körper braucht, um Seele sein zu können?


    Dann würden die Körper bloß in die Welt gerufen werden, um der Seele einen Platz für ihr Dasein zu spenden. Die Seele wäre dann das Ziel und nicht der Mensch. Bräuchte die Seele einen Körper um Seele sein zu können, dann würde sie sich auch auflösen nach dem Tod eines Körpers. Denn wenn die Seele nicht unabhängig vom Körper existieren kann, dann verlischt sie, nach dem Tod des lebenden Körpers. Die Seele bliebe demnach nicht nach dem Tod des Menschen übrig und würde daher nicht weiterleben. Eine ewig existierende Seele wäre damit ausgeschlossen.


    Überfällt deshalb die Seele (von außen) einen Körper, damit sie einen Wirt hat?


    Dann müßte die Seele etwas vom Körper außen liegendes sein, welches erst in den Körper hineinkommen muß.


    Und wenn zwei Seelen (oder noch mehr) einen Körper befallen? Sagt man manchmal deshalb, der hat mehrere Seelen in seiner Brust?


    Dann sollte es auch seelenlose Wesen geben, die noch nicht befallen wurden. Menschen also, die vollkommen seelenlos sind.


    Oder existieren Körper und Seele nebeneinander, also auch räumlich? Umgibt die Seele, wie die Aura, den Körper oder ist gar die Aura eines Menschen die Seele?


    Und wenn der Mensch stirbt, was ist dann mit seiner Seele?


    Nach dem Tod ist Nichts, schwarz, alles weg (auch die Seele), wie im traumlosen Schlaf, weil unser Bezugssystem nicht mehr arbeitet. Unsere Gedanken (Informationen) können zwar noch eine zeitlang weiter existierend (und um die Erde kreisen) und von anderen Menschen aufgenommen werden, aber nicht mehr von uns.


    Wenn der einzelne Mensch stirbt, so bleiben dennoch nach seinem Tod "Informationen" erhalten, ob (für uns) geordnet oder ungeordnet, ob verständlich oder unverständlich, ob sinnvoll oder unsinnig, wir wissen es nicht. Der Mensch ist gemäß Bibel (1. Mose 3,19) aus Staub geworden und vergeht nach seinem Tode wieder zu Staub. Man könnte auch sagen, der Geist bleibt über dem Körper hinaus nach dem Tod erhalten, da Geist ohne den Körper auskommen kann. Aber eher sollte man sagen, die im Staub enthaltenen Informationen bleiben erhalten. In ihr sind wahrscheinlich die grundsätzlichsten Informationen, die zum Aufbau der Welt gehören. Und es sind vermutlich persönliche Daten dabei, die dem verstorbenen Menschen zugehörig sind und in jeder einzelnen Zelle seines Körpers gespeichert waren. Insbesondere das Gehirn des verstorbenen Menschen ist ein Hort der Informationen.

    Einem toten Körper fehlt die Energie, sie ist erloschen. Der Geist ist raus, die Seele weg. Ist dies wirklich so?

    Richtig ist, die Lebensprozesse sind beendet. Der "Brennofen" des Gehirns ist erkaltet, der Rest des Körpers auch. Der Energiefluß ist zum erliegen gekommen. Aber der Körper ist kurz nach dem Todeseintritt noch vollständig da (insofern ein Unfall nichts gegenteiliges bewirkte). Materie hat Energie, bzw. ist Energie. Und Energie hat Information. Ein Rest-Potential an Energie und Information ist also vorhanden. Im Verwesungsprozeß verliert sich die "feste" Materie immer mehr und wird zu Staub, bis auch diese sich auflöst und zur reinen Energie (und wieder zur Ur-Information) wird.

    Wird ein toter Körper unter einem Baum begraben, werden die Wurzeln den Staub und die Energie in sich aufnehmen, bis zu den Blätterspitzen und damit die in dem Staub enthaltenen Informationen auch. Und sollte der Baum eines Tages Früchte tragen, so haben die Früchte diese Energie und Informationen in sich aufgenommen und gespeichert. Wer von dieser Frucht nun ißt (beispielsweise einen Apfel) hat damit ebenfalls diese Informationen aufgenommen. Er hat quasi vom Apfel der Erkenntnis gekostet. So wie Eva es im Paradies tat (siehe Bibel: Der Sündenfall 1. Mose 3, 1-7), auf Weisung der Schlange, damit ihr die Augen aufgemacht werden und sie sehen kann, was Gut und was Böse ist. Und Eva wurde einiges klar, sie sah, daß sie entblößt war und gab nun Adam den Apfel, daß auch er von dem Apfel der Erkenntnis esse. Und auch Adam sah nun, daß er nackt war. Aber Gott hatte dies verboten und vertrieb sie nun aus dem Paradies.

    Diese Geschichte aus der Bibel kennen viele Millionen Menschen, es ist eine Metapher. Richtig ist, in dem Moment, indem der Mensch Erkenntnis erlangte, und zwar nun ein Ich-Bewußtsein besaß, ward er aus dem Paradiese vertrieben. Mit dem Ich-Bewußtsein trennt der Mensch sich von der Welt, sieht sich als ein eigenes Objekt in seinem Umfeld an und sich selbst zugleich auch als persönliches Subjekt mit einer eigenen Existenz und eigenen Gefühlen sowie mit eigenem Geist und einer Seele. Mit diesem Schritt entzweit er sich von seinem Umfeld und ist aus diesem Paradies der Einheit mit der Welt vertrieben.

    Jeder gesunde Mensch entwickelt ein Ich-Bewußtsein. Er entdeckt sich selbst als Subjekt und alles um ihn herum als Objekt, bzw. als eine Vielzahl von Objekten. Mit dem Ich-Bewußtsein hat der Mensch sich aus der Welt herausgerissen, um ein Eigenleben führen zu können. Das Ich-Bewußtsein ist quasi die Vertreibung aus dem Paradies. Das Erkennen können, sich selbst zu sehen, die Nacktheit seiner selbst begreifen zu können und Scham zu entwickeln, feststellen zu können was Gut und Böse ist (für das Subjekt selbst und auf andere bezogen), all dieses Erkennen ist mit dem Ich-Bewußtsein verknüpft. Als der Mensch das Ich-Bewußtsein bekam, hat er vom verbotenen Apfel der Erkenntnis gegessen und sich selbst damit aus dem Paradiese der Unkenntnis vertrieben. So läßt sich die Bibel deuten, als Eva vom verbotenen Apfel der Erkenntnis aß. Es war die Geburt des Ich-Bewußtseins.

    Das Ich ist aber eine Konstruktion aus der Reflexion mit der Umwelt und den eigenen körperlichen und geistigen Möglichkeiten sowie Fähigkeiten, wie auch körperlicher und geistiger Unzulänglichkeiten. Letztendlich ist das Ich eine Täuschung. Man erkennt nur das, was das Unterbewußtsein dem Bewußtsein übermittelt und das ist nur ein Teilausschnitt aus dieser Welt.

    Ein Tier, das kein Ich-Bewußtsein hat, ist eins mit seiner Natur und seiner (Um-)welt. Mit einem Ich-Bewußtsein ist man aber selbst eine eigene Welt, um die herum sich alles dreht. Gerade bei Kleinkindern, die ein sehr ausgeprägtes Ich-Bewußtsein haben, ist dies besonders gut zu beobachten. Kinder sehen sich stets als den Mittelpunkt der Welt an, denn von ihnen selbst geht ja das Denken, Fühlen und Erleben aus und das Feststellen der objektiven Umwelt. Im Laufe der Zeit wird ein Kind dann lernen, daß es nicht der Mittelpunkt der Welt ist und die Welt auch viel größer ist, als das naheliegende Umfeld.

    Der Mensch ist aber nicht aus der Natur herausgerissen, er bleibt eingebettet in der Natur. Der Apfel der Erkenntnis zeigt dem Menschen nur die Welt aus einer anderen (begrenzten) Sicht.

    Wie ein einzelnes Photon, was Welle und Teilchen zugleich ist, ist der Mensch als eine Vielzahl von Elementarteilchen, ebenfalls Welle und Teilchen zugleich und damit ein Feld im Felde.

    Auf der Erde ist er von Luftmolekülen umgeben und wenn er im Meer schwimmen geht, von Wasser. Als Astronaut außerhalb seiner Raumkapsel ist er zwar von Luft und Wasser (außerhalb seines Raumanzuges) befreit, aber die Grundsubstanz alles Dasein (Energie) ist auch dort vorhanden, wenn auch auf einem niedrigen, für uns Menschen nicht merklichen, Niveau. Energie ist überall, da das ganze Dasein Energie ist. Wir sind Energie und von Energie umgeben. Wir sind ein Teil des kosmischen Energiefeldes. Und wir sind in der Natur integriert und nicht von ihr losgelöst. Wenn man den Wind, also den Sauerstoff, und alle anderen unsichtbaren Stoffe die uns umgeben, sowie alle Wellen, sichtbar machen würde, dann würde man sehen, das wir uns wie ein Wellenberg durch die See bewegen würden, um uns herum Wellentäler und weitere Wellenberge. Letztlich sind wir nur ein fester Strang an Schwingungen in einem Meer voller Schwingungswellen.

    Und schwimmt in diesem Meer nicht auch meine Seele mit mir mit? Als meine Rettungsweste? Bin ich nicht erst Ich durch meine Seele?

    Der französische Philosoph René Descartes (31.03.1596 - 11.02.1650) formulierte einmal folgendes:

    "Cogito ergo sum" - "Ich denke, also bin ich." Wer will da schon widersprechen?

    Oder sollte es nicht besser heißen: "Ich denke, also bin ich Seele."?

    Oder: "Ich habe Seele, also bin ich."?

    Wenn alles Information ist, ist auch die Seele Information. Und wenn Information die Seele ist, die einen Körper zum Leben erweckt, der Odem des Lebens ist, wäre dann nicht jeder PC, jedes Handy oder irgendein anderes elektronischen Gerät, welches Informationen beherbergt, auch ein lebendiges Wesen?

    Keiner wird behaupten, ein PC ist ein lebendiges Wesen. Auch wird keiner behaupten, ein Roboter ist ein lebendiges Wesen. Warum? Fehlt ihm die Haut des Menschen? Und wenn wir ihm, dem Roboter, eine Haut überziehen, wäre er dann als lebendiges Wesen anzuerkennen?

    Auch dann würden wir einem Computer/Roboter kein Leben zusprechen. Es muß also schon etwas mehr sein, als nur "Information". Was aber ist es? Ab wann wird ein Roboter zum Lebewesen? Braucht er eine Seele? Und wenn ja, was ist die Seele?

    Durch die Seele wird die Information lebendig. Hätte der Mensch keine Seele, wäre er ein Automat, eine Maschine, wie es ein Computer ist, ein Gerät zum erfassen, bearbeiten, auswerten und speichern von Daten. Indem der Mensch aber eine Seele hat, bekommt die Information Leben, quasi lebendige Information in einem lebendigen Körper.

    Aber ab wann existiert beim Menschen die Seele? Nach der Geburt? Oder schon als Fötus? Bereits in der Sekunde beim geglückten Zeugungsakt? Oder hat schon der Samen des Mannes, jede einzelne Samenzelle, eine (Ur-)Seele? So wie ja aus jeder einzelnen Samenzelle potentiell ein Mensch werden kann.

    Wie kommt die Seele in den Körper? Von außen? Schwebt sie also dem Körper zu? Oder kommt sie von innen? Wurde die Seele als genetischer Code vererbt? Oder kommt die Seele weder von außen noch von innen, da sie nur einen Körper begleitet, aber nicht in ihm eintritt? Umschwebt also eine Seele, wie ein Geist, den Körper?

    Der Unterschied von Computer und Lebewesen zeichnet sich insbesondere dadurch aus, das Lebewesen organische Substanz mit einer DNS haben. Und in der DNS sind Informationen, z. B. wie der Körper aufgebaut sein soll. In jeder Zelle ist DNS und in jeder Zelle damit eine Vielzahl an Informationen, die den Menschen zum Menschen machen oder das Tier zu einer bestimmten Spezie. Auch das Gehirn hat solche informativen Zellen. Im Gehirn werden die Informationen genutzt und verarbeitet, aber auch in die Zellen Informationen hineingeschrieben (der genetische Code geändert oder erweitert). Ein Lebewesen besteht also aus informativen Zellen, die organischer Natur sind und einen Stoffwechsel besitzen, um sich als System am Leben zu erhalten und die das Potential der Reproduzierbarkeit besitzen. Aber, wie bereits erwähnt hat der Mensch die Fähigkeit zu moralischen und ethischen Bewertungen, er hat ein Gewissen und auch Würde. Auch zur Liebe ist er fähig. Ein lebloses Element wie ein Computer hat all diese Fähigkeiten nicht. Dies ist der große Unterschied von einem leblosen Ding, wie es ein PC ist, zu einem Lebewesen. Und ein Computer ist beständig leblos. Aber ein Lebewesen ist nicht ständig am Leben. Es lebt nur eine (meist relativ kurze) Zeitspanne. Doch wie ist es da mit der Seele bestellt? Ist die Seele eines Menschen etwas beständiges oder genauso unbeständig wie der Mensch?

    Die materielle Unbeständigkeit des Menschen geschieht durch seinen Stoffwechsel, von Geburt an bis hin zum Tod. Ist die Seele am Körper gebunden, so ist auch sie unbeständig.

    Da die Seele auch mit dem Charakter eines Menschen zu tun hat, verändert sich die Seele, wenn der Charakter des Menschen sich ändert. Das heißt: Charakter und Seele ändern sich gleichermaßen. Nun ist es ja so, daß der Mensch aus Körperzellen besteht. Diese sterben im Schnitt von sieben Jahren ab und werden von neuen Zellen ersetzt, so daß der Mensch in seinem Leben mehrmals vollständig erneuert wurde. Das heißt, wir Menschen sind im mittleren Alter jemand anderes, als wir es in unserer Jugend waren. Nicht nur vom Aussehen und unserem Geist und Ideen (obwohl wir uns immer noch mit unseren Idealen aus der Jugendzeit verbunden fühlen können als Erwachsener), sondern auch komplett stofflich. Ist dann auch unsere Seele eine andere?

    Die Seele eines Menschen ist immer dynamisch, sie hängt vom Körper ab, von den Informationen die die Zellen beinhalten, vom Geistigen und vom Charakter, genauso wie von den körperlichen Möglichkeiten. Ändert sich hier etwas, ändert sich auch die Seele. So haben wir im Leben mehrmals die Seele sich wandeln lassen, so wie auch wir uns geändert haben. Man kann deshalb auch sagen: Die Seele ist der Spiegel der Persönlichkeit.

    Die Seele wirkt wie eine Instanz im menschlichen Bewußtsein, welche bestimmt, wie man moralisch und ethisch urteilen und agieren soll (bzw. auch etwas unterlassen soll oder gegenteilig etwas unbedingt tun soll, z. B. Hilfe in der Not anbieten). Das Gewissen ist aber (wie die Seele) vom Charakter der Person abhängig, dieser wiederum von der Umwelt in welcher die Person lebt, als auch von seinen Eltern oder Erziehern (soweit vorhanden) und anderen Faktoren. Was dem Afrikaner recht ist, muß also dem Eskimo nicht billig sein. Gewissen ist daher personenbezogen sehr spezifisch. Wer etwas unrechtes tut, dem wird sein Gewissen plagen, denn mit der Seele ist auch die innere Würde des Menschen verbunden.

    Wenn Informationen ein Bestandteil der Seele sind, dann besitzen die Spermen des Mannes potentiell "Seele". Es ist zumindest die Grundseele vorhanden. Im Samen des Mannes ist der genetische Code abgelegt, ein wichtiger Bestandteil der Seele. Hier fehlen noch die persönlichen Charaktereigenschaften des Kindes. Im Samen des Mannes sind nur seine eigenen Charaktereigenschaften vorhanden und das Kind hat erst diese (als Spermium) bis zur Befruchtung, dann vermischen sie sich mit den Charaktereigenschaften der Mutter in der Eizelle (wo es ab der 3. Woche zum Embryo wird). Also erst im Leib der Mutter bilden sich Charaktereigenschaften des Kindes aus (im Fötus ab der 11. Woche) und dann natürlich verstärkt nach der Geburt.

    Der mithin wichtigste Teil der Seele ist die Liebe und die besteht nicht erst als Charaktereigenschaft nach der Geburt, sondern schon beim Zeugungsakt und nicht nur weil Mann und Frau sich lieben (wenn sie es denn tun). Die Liebe ist nämlich viel grundlegender. In jeder einzelnen Körperzelle ist nämlich Liebe vertreten, also auch schon im Samen des Mannes (nähere Informationen hierzu in meinem Buch: "Über die Liebe", diesbezüglich siehe insbesondere Kapitel 2, kostenloses eBook, 125 Seiten, download auf www.ebook-liebe.de).

    Wenn ein Menschenkind geboren wird, trägt es schon die Liebe in sich, ist ein denkendes Wesen, hat Charaktereigenschaften und seine Zellen haben Informationen. Und dies alles fügt sich zu einer Seele zusammen.

    Wenn jeder Mensch eine eigene Seele hat, wie sieht es da mit dem ungeborenen Kind im Mutterleib aus? Hat es auch eine eigene Seele?

    Wenn ja, dann hätte die Kindesmutter nun zwei Seelen in ihrem Körper. Das des Kindes und ihre eigene Seele. Und wenn das Kind geboren ist, entschwindet die Seele des Kindes aus ihrem Körper sowie das Kind selbst. Aber hat die Seele des Kindes im Mutterleib den kindlichen Körper nicht ein wenig verlassen? Also kann die Seele nicht vielleicht ein wenig aus dem Körper austreten?

    Sowie ein Mensch durch seine Ausstrahlung andere Menschen beeinflussen kann, kann auch die Seele ausstrahlen und andere beeinflussen. Natürlich beeinflußt die Seele des Kindes die Mutter und vermischt sich mit ihr. Die Seele des Kindes ist aber zuerst einmal nur die Seele des Vaters (vom Sperma ausgehend). Erst nach geglückter Befruchtung (Verschmelzung von männlicher und weiblicher Keimzelle) dringt die Seele der Mutter in das sich gerade bildende Kind ein und vermischt sich mit der Vater-Seele aus der Samenzelle (so wie sich auch die Chromosomen der Eltern im Kinde mischen), so daß daraus erst einmal eine Vater-Mutter-Seele wird, wenn die Samenzelle in die Eizelle eindringt, bevor sich dem Kind eine eigene Seele bildet. Zeitlebens behält auch das Kind Bestand-teile der Vater-Mutter-Seele. Die Vater-Mutter-Seele wird also zu einem Teil zeitlebens behalten, genauso man ja auch Eigenschaften und Charakterzüge seiner Eltern beibehält, die dem Kind durch die Gene mitgegeben wurden. Vor der Geburt des Kindes hat also die Kindesmutter drei Seelen (und noch die restlichen Seelenanteile ihrer Eltern) in ihrer Brust (bzw. Bauch), die des Vaters, des Kindes und ihre eigene, wobei nicht eindeutig ist, welche dominiert. Erst nach der Geburt ihres Kindes behält die Mutter ihre eigene Seele zurück. Möglicherweise geändert und mitgenommen, aber wieder alleine. Möglicherweise ist das auch ein Grund warum Frauen nach der Geburt unter postpartale (oder auch postnatale) Depressionen leiden. Es fehlt plötzlich etwas. Man fühlt sich verlassen, allein und einsam in seinem Körper. Auch wenn man von vielen nahestehenden Personen umgeben ist.

    Die komplette Seele ist die energetische Hülle eines Menschen, die sich aus einem Potpourri an Zuständen und Eigenschaften bildet, die wie ein Geistesfeld im Menschen wirkt und dabei das Spiegelbild seiner Persönlichkeit darstellt.

    Sie beinhaltet folgendes:



    Die Seele ist also der Spiegel eines Gemenges von physikalischen Zuständen des Menschen sowie seiner geistigen und körperlichen Möglichkeiten oder auch Unzulänglichkeiten. Und so einmalig wie jeder Mensch ist, ist auch jede Seele einmalig, die ja ein Spiegelbild der Persönlichkeit ist. Es gibt keine zwei gleichen Seelen, selbst bei eineiigen Zwillingen nicht. Es gibt somit auch keine gleichförmige Seelenarmee, die fremde Körper besetzt.

    Wenn die in der Seele festgelegte Persönlichkeit nicht wankt, also im Gleichgewicht ist, ist sie auch ein Ausdruck für innere Zufriedenheit und Ausgeglichenheit. Wankt das Spiegelbild der Persönlichkeit jedoch, durch innere oder äußere Zustände, dann sagt man, sei die Seele krank. Die Seele hält das mentale Gleichgewicht in der richtigen Balance. Die Balance stimmt dann nicht mehr, wenn äußere Umstände nicht zum Kontext (Bezugsrahmen) der Seele passen, also der eigenen Persönlichkeit (dem eigenen Willen und Wünschen) widersprechen, wie auch der eigenen Würde oder dem eigenen Gewissen.

    Je nachdem wie stark oder schwach eine Eigenschaft ausfällt (oder auch ganz fehlt), ist die Seele eines Lebewesens stärker oder schwächer aus der Balance zu werfen. Je sensibler ein Mensch ist, desto wackliger ist sein Seelengebäude.

    Durch die Verbundenheit der Seele mit dem Körper, so scheint es, habe die Seele eine Masse und ist materiell. Dies scheint aber nur so, da wir ja bei genauerer Betrachtung feststellen, daß die Materie aus Informationen besteht. Wenn wir der Seele eine Masse zuschreiben wollen, dann schreiben wir ihr in Wirklichkeit Information zu, die sich zu Materie geformt und gebündelt hatte. Seele und Materie basieren also gleichsam auf Information, haben aber verschiedene Aufgaben. Die Seele ist deshalb, wie Materie und Geist, nur ein Aspekt der Information. Alles ist Information, welche in ihren physikalischen Erscheinungen verschiedene Formen erhält, nämlich die von Materie, Geist und Seele.

    Indem die Seele des Menschen Spiegelbild ist, verleiht sie ihm auch zugleich Flügel, weil sie auch körperliche Vorgänge beeinflußt sowie auch Basis des Gewissens ist. Es ist wie mit einem Flugzeug, das auch nur dann fliegt, wenn alle Teile sinnvoll und richtig zusammengefügt sind und es einen Piloten gibt der es fliegen kann (auch wenn es ein Autopilot sein sollte). Die Seele verleiht dem Menschen viele Fähigkeiten zu der kein unbelebtes Ding fähig wäre, beispielsweise Freude zu empfinden und zu Intuition fähig zu sein. Und ebenso, wie schon erwähnt, Würde und ein Gewissen zu haben und damit die Fähigkeit zu moralischen und ethischem Verhalten und dementsprechend auch Handlungen (anderer und auch die eigenen) bewerten zu können.

    Die Seele ist also nicht nur vieles, sie bewegt auch vieles, da sie quasi dem Menschen "Flügel" verleiht, indem sie beispielsweise dem Menschen "zuredet" er sei auserkoren eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen, die er auch nur wegen der Zuredung der Seele erfüllen kann (auch wenn dies schwierig ist), weil seine Seele ihn dazu beflügelt. So wie ich mich durch meine Seele selbst auch auserkoren und beflügelt fühle, dieses Werk Ihnen zu präsentieren.

    So kann man dahingehend folgende Feststellung machen: Die Seele ist der Antrieb Bedeutung zu schaffen. Viele bedeutungsvolle Werke entstanden nur, weil die Menschen sich dazu berufen fühlten (durch ihre Seele).

    Fehlen dürfen aber folgende Elemente nicht, diese sind der Hauptbestandteil der Seele:



    Information ist in allem (und damit die Naturgesetze). Liebe ist in allen Zellen, ebenso ist der genetische Code (DNS) in allen Körperzellen. Diese drei "Elemente" sind der Grundstock der Seele.

    Man kann also sagen: was keine Liebe hat, hat auch keine Seele. Und wer in seinem Körper keine DNS hat, ist kein Lebewesen (und hat somit auch keine Seele). Wer in seinen Daseinselementen keine Information hat, existiert nicht, da es das wichtigste Grundelement unseres Dasein ist. Was nicht existiert, kann auch keine Seele haben. Und ein Computer kann keine Seele haben, weil er keinen Körper mit DNS-Zellen besitzt und nicht von Liebe geprägt ist. Ihm fehlen auch viele andere Eigenschaften der Seele.

    Mit diesen zuvor genannten drei Grundelementen ist die Seele noch formlos und blaß. Mit den persönlichen Eigenschaften bekommt sie Form und Farbe hinzu (sinnbildlich gesehen).


    Zu den persönlichen Eigenschaften gehören, wie schon zuvor erwähnt:



    Auch Glaube und Hoffnung wird genannt. Was hat es damit auf sich?


Was ist "Glauben" (in Bezug auf Gott) und was "Hoffnung"?

    Glauben ist Information (es gibt mich und die Welt) plus fehlende Information (gibt es Gott?). Die fehlende Information wird mit Hoffnung gefüllt, das ein Wunsch (das es ihn gibt) a priori erfüllt ist (es gibt ihn), nämlich das die fehlende Information ersetzt wird durch die gewünschte Information (es gibt Gott). Man ist sich also sicher, das es ihn gibt (Gott), auch wenn der Beweis dazu nicht erbracht werden kann. Der Glauben wird so zur (trügerischen) persönlichen Gewißheit.

    Und was ist "Hoffnung"?

    Hoffnung ist Information darüber das was fehlt und/oder sich ändern muß (oder sich nicht ändern soll), aber nicht feststeht ob und wann das sein/geschehen wird, mit dem Wunsch der baldmöglichsten Erfüllung.

    Der Glaubende beharrt darauf, das fehlendes existiert, auch wenn er dies nicht beweisen kann. Der Hoffende bittet/fleht darum, das fehlendes vervollständigt wird oder sich Zustände ändern. Der Hoffende kann auch flehen, das etwas von ihm geht (beispielsweise seine böse Schwiegermutter), statt das sich etwas vervollständigt. Das würde zumindest einen unangenehmen Zustand ändern. Also es muß nicht immer etwas addierendes sein, es kann auch etwas subtrahierendes sein. Letztlich kann der Hoffende auch bitten, daß ein Zustand sich nicht ändert (der ihm angenehm ist). Oder das bei anderen ein Zustand sich nicht ändert (im positiven oder negativem Sinn) oder das ein Zustand dort sich unbedingt ändern soll.

    Hoffnung ist damit eine Charaktereigenschaft, die stark mit der Umwelt agiert und kommuniziert, welche in Krisenzeiten den Menschen festigt, damit er sich am Leben erhält. Sein Geist wird durch Hoffnung beruhigt, damit er nicht Amok läuft. Damit ist Hoffnung eng mit der Liebe verbunden, denn Liebe soll ja nicht nur neues Leben zeugen, sondern auch Leben erhalten. Das gleiche gilt auch für den Glauben. Glauben soll auch Leben erhalten. Da Glaube und Hoffnung eng mit der Liebe verbunden sind, gehören sie auch als Eigenschaften zur Seele.

    Ebenso die Spiritualität. Spiritualität ist die Verbundenheit mit der Welt. Die Seele hat damit auch verbindenden Charakter. Das eins sein mit der Welt, die Brücke zwischen lebloser Materie (Energie) und dem Leben. Alles gehört zusammen, alles ist eins, alles ist miteinander verbunden. Das ist die Spiritualität. Und damit ist es auch ein Faktor der Seele.

    Die Seele ist auch vom Denken geformt, aber nicht von der Sprache. Es ist auch eher das Denken im Unbewußten, welches keiner Sprache bedarf. Das unbewußte Denken ist eine rudimentäre "Bio-Maschinensprache" (quasi so etwas wie die Maschinensprache "Assembler" bei einem Computer). Sprachen die der Kommunikation dienen, wie Deutsch, Englisch, Spanisch (und so weiter) sind höhere Sprachen (so wie es beispielsweise die Programmiersprache C/C++ oder Fortran bei einem Computer ist). Deswegen kann man auch Tieren eine Urform der Seele zusprechen, die auch eine rudimentäre "Bio-Maschinensprache" haben. Besser wäre es natürlich von einer internen Körpersprache zu sprechen, da der Mensch oder das Tier ja keine Maschine ist, aber der Begriff Körpersprache ist schon anderweitig belegt, weswegen es sehr irritierend wäre, ihn hier für etwas anderes zu verwenden. Was den Tieren also fehlt ist die gehobene Sprache, weswegen wir die Tiere nur begrenzt verstehen können und umgekehrt natürlich ebenso.

    "Solange Menschen denken, daß Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, daß Menschen nicht denken."

unbekannter Verfasser

    Wenn wir uns mehr Gedanken über die Tiere machen würden, wie sie leben und wie sie fühlen, würden wir sie anderes betrachten. Und auch anders bewerten.

    Zur Seele gehört auch die "Bewertungsfähigkeit". Der Mensch als höheres Wesen hat die Möglichkeit etwas bewerten zu können. Er kann darüber entscheiden, was im moralischen Sinne Gut oder Böse ist (auch wenn das meist eine temporäre subjektive Bewertung ist). Auch kann er den Dingen Werte beimessen (das eine Gemälde ist ihm wertvoller als ein anderes beispielsweise). Oder ob ein Ereignis für ihn (oder für andere) positiv oder negativ ist. Bewerten heißt (unter anderem): feststellen, unterscheiden, analysieren und auswerten. Das ist ein hochkomplexer Vorgang, zu dem nur der Mensch fähig ist (jedenfalls nach derzeitigem Wissensstand, also unbekannte Außerirdische erst einmal ausgenommen).

    Gefühle sind das Bindeglied zwischen Materie und Bewußtsein. Das Gefühl des Schmerzes beispielsweise sind Energieimpulse mit der Information eines körperlichen Defektes. Die physische Störung kann lokal sein, an einer bestimmten Stelle des Körpers, oder auch nichtlokal (beispielsweise bei Phantomschmerzen). Der Schaden muß nicht körperlich, also rein physisch sein, er kann auch seelischer Natur sein (Liebeskummer beispielsweise).

    Gefühle bewirken physische Änderungen oder machen auf diese aufmerksam und liefern dem Gehirn gleichzeitig Informationen hierüber. Gefühle sind damit der Motor für physische Abläufe (Bewegung) und innere Veränderungen (physikalische Änderungen am oder im Körper) sowie psychischer Stabilität oder Instabilität. Gefühle sind die Schnittstelle zwischen Geist und Materie. Aus (gefühlvoller) Information wird physikalische Interaktion.

    Gefühle dienen auch der Kommunikation mit der Außenwelt (über Sichtkontakt zu anderen Lebewesen beispielsweise).

    Gefühle, die ein Eingreifen auf physikalische wie auch nichtphysikalische Ebene realisieren, können damit auch als Schnittstelle für die Kommunikation zum Informationsfeld dienen.

    Die Seele ist also ein Teilhaber von Information. Insofern die Ur-Information unvergänglich ist, ist auch die Seele bezüglich diesen Teils unvergänglich, also damit ewig existent. Insofern "lebt" dieser Teil der menschlichen Seele fort, nach dem Tode des Menschen. Sie entschwindet dauerhaft im Informationspool. Wenn die kirchliche Lehre nun behauptet, die Seele existiere ewig, auch wenn der Mensch stirbt, kann einzig nur der Informationsanteil davon gemeint sein, der im Informationsfeld gespeichert wird.

    Letztlich, und im Einklang mit theologischer Lehre, kann man dann sagen:

    "    Am Anfang war das Wort..."

            ...und am Ende auch!

 

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