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Die Internetgesellschaft


Eine Broschüre des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie "Digitalisierung und Du" (abzurufen unter: www.de.digital) wirbt für mehr Internet und verweist auf die Chancen der Digitalisierung.

Chancen?

Sicher gibt es auch Chancen, die sich aus dieser Entwicklung ergeben, allerdings auch Risiken die man nicht unterschätzen darf.

Übers Internet geben wir von uns Daten preis (zum Teil sehr intime), werden mittels Trojaner ausgespäht (nicht nur von Kriminellen) und taxiert (bezüglich Vermögen, Besitz, Reichtum, etc.) und einige sogar (mittels Lösegeld-Trojaner) zu Geldzahlungen erpresst.

Dem nicht genug wird die Deutsche Telekom das analoge Telefonieren bis 2018 abgeschafft haben, dann kann man nur noch digitalisiert per IP telefonieren. Zur großen Freude der Regierung, da man nun alle Gespräche und Gesprächsdaten bequem aufzeichnen kann. Wir geben uns damit einer überwachung preis, die weit über den Niveau der ostdeutschen Staatssicherheit zu DDR-Zeiten lag. Somit geben wir auch ein wichtiges Stück Freiheit auf. Es kommt aber auch darauf an, wer unsere Daten nutzt und wofür. Wenn diese Daten missbraucht werden, sind sie klar in den falschen Händen. Das kann durchaus auch die eigene Regierung sein. Und die sind grundsätzlich an alle Daten interessiert, welche sie von den Staatsbürgern erhalten können. Ihre Devise lautet: je mehr, je besser. Doch für den einzelnen Bürger bedeutet das im Umkehrschluß: je weniger Daten die Staatsorgane von uns bekommen, um so besser für uns und unsere Freiheit. Daher sollte man das Internet auch nur noch mit Bedacht und Vorsicht genießen, denn es könnte sein, dass gerade der eigene PC ausspioniert wird vom "Guck & Horsch-Dienst" der Bundesregierung.

Die ehemalige Stasi aus dem Osten gab es ja auch damals im Westen, nur dort hieß sie anders (und sie hatten mutmaßlich auch andere Auftragsinhalte). Gleichwohl gibt es sie noch heute. Diese Staatsschutzdienste haben Namen wie MAD (militärischer Abschirmdienst), Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) sowie Landesbehörden für Verfassungsschutz, Polizeilichen Staatsschutz (dessen Aufgabe die Bekämpfung politisch motivierter "Kriminalität" ist), das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Bundeskriminalamt, dessen Ermittlungskompetenzen sich vornehmlich auf sogenannte "Staatsschutzdelikte" erstrecken (im Jahr 2002 erhielt das BKA sogar für seine weitgehenden überwachungen den "Big-Brother-Award") und auch der Bundesnachrichtendienst (BND). Aber wie man im Fall der rechtsextremen Terrorzelle NSU erkennen muß, sind bereits diverse Staatsschutzdienste im Aufbau von Terrorzellen verstrickt (was nicht deren Aufgabe ist, sondern ihren Aufgaben geradezu widerspricht), indem sie beispielsweise reichlich Gelder an Personen fließen lassen, V-Leute genannt, die dabei waren eben solche Zellen aufzubauen. Die sogenannten "Verfassungsschützer" hatten zwölf Spitzel beim rechtsextremen "Thüringer Heimatschutz" (einer davon leitete diesen sogar zeitweilig) und fünf V-Leute sollen es um den NSU herum gewesen sein. Wobei sich natürlich die Frage stellt, ob der MAD, denen die V-Leute unterstellt gewesen sein sollen, von den geplanten (und auch durchgeführten) Attentaten im Vorfeld wussten (oder sogar aktiv beteiligt waren)? Immerhin werden noch immer Akten geheim gehalten oder sind "versehentlich" vernichtet worden.

Das BKA hat Programmierer in ihren Reihen, beziehungsweise nutzten Fachkräfte anderer Softwarefirmen (wie beispielsweise die von der Firma "DigiTask"), welche an einem überwachungstrojaner arbeiteten (und auch noch an weiteren arbeiten?), auch Staatstrojaner genannt, die auf die heimischen PCs heimlich installiert werden sollen (natürlich nur bei bestimmten Personen und nicht flächendeckend - zur Zeit). Das Bundesverfassungsgericht hat 2008 die "Online-Durchsuchung" erlaubt. Die Anzahl der eingesetzten "Trojaner" ist im übrigen geheimhaltungsbedürftig. Sie sind als Verschlusssachen-Grad "GEHEIM" eingestuft.

Seit Eric Snowden, dem "Whistleblower", wissen wir, daß es derartige überwachungsversuche von Staatsorganen gibt. Und das nicht nur in den ansonsten so freiheitlichen USA. Das Ausmaß war nur viel größer, als es sich der Einzelne bis dahin ausdenken konnte. Und dies durchgeführt von angeblich demokratischen Regierungen. Verteidigen tun sie ihre Schnüffeleien mit dem Totschlagargument: "zur Terroristenabwehr und deshalb zum Wohle der Bevölkerung". Damit scheinen sie wohl alles rechtfertigen zu wollen, auch den Abbau von Demokratie und Freiheit. Dennoch hat, laut Regierung, niemand die Absicht, einen überwachungsstaat zu errichten. Soviel zur politischen Dimension des Internets und der Digitalisierung der Gesellschaft. Es gibt hier aber auch noch andere Problemfelder.

Die Entwicklung von Software und Betriebssystemen geht rasend schnell voran. Ein Heer von Tausenden Entwicklern und Programmierern sowie Ingenieuren lassen sich von Jahr zu Jahr neues einfallen, wobei das zu lernende Wissensgebiet sich drastisch erweitert. Am Ende der Kette steht der Anwender der ständig neu hinzulernen muß. Doch kaum etwas gelernt, nach mühevoller Fleißarbeit, ist das Erlernte schon wieder veraltet, weil das nächste Neue das Vorherige verdrängt. Alles soll besser und umfangreicher werden, so möchte es der Kunde (bzw. der Produzent, der auch weiterhin Einnahmen generieren will). Drum ist die Devise schon seit längerer Zeit, daß man nicht frühzeitig genug mit dem PC und dem Internet anfangen kann. Also hinein damit in die Schulen, Vorschulen und vielleicht auch schon in die Kindergärten. Die Internetgesellschaft kann also schon im frühesten Kindesalter beginnen.

Die Masse des zu lernenden Stoffes überfordert aber nicht nur Schüler, sondern auch Studenten, lernende Berufstätige und letztendlich auch Dozenten. Der Ruf nach Gehirn-Dopingmitteln ("Brainbooster") wird laut. Was man selbst nicht mehr leisten kann und zur überforderung führt, das braucht pharmazeutische Unterstützung. Das denken auch so manche Eltern und verabreichen ihren Kindern Ritalin® (auch Kinder-Koks genannt), die sie als hyperaktiv einschätzen, was sie als Defizit bzw. Krankheitsbild ansehen. Psychiater, Neurologen und Psychologen mutmaßen, in Ermangelung besserer Erklärungen, die Ursache von Hyperaktivität ist eine chemische Unausgeglichenheiten im Gehirn oder als genetischen Fehler anzusehen. Es gibt aber keine Beweise für diese Annahmen. Ritalin® hat den Wirkstoff Methylphenidat und ist ein verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel, welches unter bestimmten Umständen beruhigend wirkt und deshalb als "Zappelphilipp-Droge" bekannt ist. Es können bei der Einnahme ernste Nebenwirkungen auftreten wie nervöse Störungen, Schlaflosigkeit, Essstörungen und Herzbeschwerden. Viel Sport und mehr Zuneigung im Elternhaus, können besser sein als dieses Medikament.

Gehirndoping (Neuro Enhancing) ist der Anfang einer neuen Entwicklung. Gehirndopingmittel sollen eine Leistungssteigerung des Gehirns bewirken und helfen dem Leistungsdruck besser standzuhalten. Die nächste Steigerung, an der man derzeit forscht, sind Intelligenzpillen, die das Gehirn zu Höchstleistungen befeuern und den Intelligenzquotienten steigern lassen sollen. Danach wird es die Wissenspillen geben, bei der man nichts mehr zu lernen braucht, sondern man bringt den fachlichen Wissensstoff von der Pille direkt ins Gehirn ein, der dort fest verankert wird (ausführliche Informationen im Internet unter: www.intelligenzpillen.de). Bei allen Gehirndopingmedikamenten ist es derzeit so, daß das Risiko, durch Nebenwirkungen Schaden zu nehmen, deutlich höher ist als die erhoffte Wirkung. Also gilt auch hier: lieber Sport treiben und ein ausgeglichenes Leben führen.

Die Bundesregierung hat eine Internetbotschafterin: "Gesche Joost". Sie sieht das Internet und die Digitalisierung unserer Gesellschaft als große Chance, bei der neue berufliche Perspektiven für alle entstehen. Mittlerweile sehe ich das aber anders und zwar so: Wir brauchen mehr aktives Miteinander und eher eine humanere und sozialere Gesellschaft, als eine Internetgesellschaft. Statt unsere wertvolle Lebenszeit vor einem Monitor zu vertrödeln, sollten wir besser uns in ein Umfeld von Freunden und Bekannten begeben, wo wir mit ihnen sinnvoll unsere Zeit verbringen und uns des Lebens erfreuen, statt in virtuellen Welten abzutauchen.

Auch ich habe das Internet einmal als große Chance angesehen und 1995 ein Buch darüber geschrieben, mit dem Titel: "Multimedia, ISDN und satellitengestützter Fernunterricht" (inzwischen kostenlos zu lesen im Internet unter: "www.aktuelles-wissen.de/Multimedia"). Die Chancen, die man damals sah, waren groß und viele Risiken noch unbekannt. Das hat sich aber im Laufe der Zeit gewandelt. Und viele Menschen haben inzwischen viel wertvolle Lebenszeit am PC verbracht, beruflich wie privat. Doch muß jeder für sich selbst die Frage stellen: "Will ich mein Leben vor einem Monitor verbringen? Oder ist mir mein Leben zu kostbar dafür?"

Ich halte es für zu kostbar und bin deshalb der Meinung, eine ausufernde Internetgesellschaft, wie es die Wirtschaft und die Politiker wollen, bei der wir unsere unersetzliche Lebenszeit vor einer Glotzkiste abhängen, welche auch noch von dubiosen Mächten überwacht wird, brauchen wir nicht. Machen wir doch lieber Sport in einem Verein (oder notfalls allein) und halten uns fit. Also, werden Sie aktiv und passen Sie gut auf sich auf!

V.i.S.d.P. Pierre Sens

Copyright © by Pierre Sens
19.04.2016
 
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